Einmal Wien für Ver.rückte!

Der Megamarsch wurde im Oktober 2019 International und in dieser Saison erstmals auch außerhalb von Deutschland veranstaltet. Als Location hat sich der Megamarsch für Wien entschieden, was nicht nur eine der schönsten Städte Europas sondern auch die Landeshauptstadt von Österreich ist. Damit hatte das Megamarsch Team eine neue, wie sich herausstellte schwierige Strecke geschaffen, zu der sich mehr als 800 Extremwanderer angezogen fühlten. Auch zu meiner Freude, kam mit Wien eine neue interessante Strecke als Megamarsch hinzu. Einmal komplett um Wien marschieren, wo die Türken einst bereits an den Toren der Stadt scheiterten. Europa – Hurra … 😉

Wien einmal von einer komplett anderen Seite kennenlernen. Ich freute mich wie Schnitzel, als mein Flieger von Stuttgart gen Wien abhob. Beim Landeanflug konnte ich so bereits die ersten 50 Kilometer der Strecke überfliegen und wusste ab da: „Das wird ein Hammerhartes Stück Arbeit, dass sich die Megamarsch-Macher da ausgedacht hatten!“

Am Samstag den 05.10.2019 freute sich der Wettergott derart über den Megamarsch, dass er bereits in den frühen Morgenstunden Regen schickte, der sich mehr und mehr ausweitete. Vom Regenguss zum Dauerregen. OMG, hier kann ich meine persönlichen Wandermonster endlich besiegen. Aufgeben ist keine Option!

Pünktlich zum Start um 16.00 Uhr überraschte das Wetter jedoch erstmal mit Sonne. Zack war der Regen durch und die angetreteten 580 Wanderer (von 800 angemeldeten) stiefelten die ersten 6 Kilometer entlang der Donau Richtung Wienerwald los. Insgesamt ein hinterhältiger Start für uns, denn nach den ersten Kilometern zeigte Wien das es doch zu Österreich gehört. 4 Kilometer steiler unbahmherziger Treppenweg hinauf in den Wienerwald, forderten alles. Die Sonne lachte.

Oben auf der Kuppe angegommen, frischte der Wind mehr und mehr auf. Ein Zeichen, dass die Wetterprognosen für die Nacht hielten was sie versprachen. Sturm und Dauerregen!

Bis zur ersten VP bei Kilometer 20, prasselte unaufhörlich der Regen auf uns Extremwanderer. Der Sturm erschwerte die Wanderung, die sich quer durch den Wienerwald in einem steten Auf-und Ab bewegte sehr. Waldwege wurden zu rutschigen Schlammpassagen. Umgewehte Bäume und abgebrochenes Astwerk bildeten Schikanen darauf. Insgesamt die anspruchsvollste Passage des Mega Marsches Wien, die sich insgesamt ca. 40 Kilometer des Weges entlangzog. Schon bei der VP 2 war für mich klar, das gibt Heuer keine neue Rekordzeit. Jede Minute unter 24 Stunden würde ich feiern können am Schluß. Die ersten beiden Etappen hatten immens viel Kraft gekostet und der Regen machte mir mächtig zu schaffen. Doch noch war ich dabei!

Jetzt ließen die Steigungen nach. Die Wege wurden breiter, der Regen hörte auf. Die Nacht war insgesamt erträglich, mit Temperaturen um die 12° Grad. Immer wieder führte die Wanderung nun durch die Wiener Außenbezirke. Über die Oder, durch schicke Vorortsiedlungen und wieder über Felder und Wiesen. Nichts erwartet ein Megamärschler sehnsüchtiger als den Sonnenaufgang. Und die Sonne hielt an diesem Sonntag ein wahres Feuerwerk zum zum Tagesbeginn bereit. Zeit? Nebensache!

Schnell stiegen die Temperaturen an, so dass ab jetzt Wandern mit Shirt angesagt war. Mehr und mehr bewegte sich die verbleibende Truppe auf Asphaltwegen.  Bei Kilometer 80 klatschten ich und die restlichen verbliebenen Wanderer mit der Schlussläuferin Dita ( stets dieselben Ver.rückten … 😉 ) ab, dann ging es weiter, die letzten 20 Kilometer in Richtung Wien und zum Ziel am Donauufer. 200 Läufer, so die Nachricht waren noch Unterwegs!

Noch konnte ich es unter 24 Stunden schaffen. Mein Körper war fit. Blasen zeigten sich keine, die Wahl des Schuhwerks war wohl richtig und auch sonst ging es mir mental gut! Prognose beim Start auf die 20 Kilometer Zielgerade war 22 1/2 Stunden. Immerhin, noch Zeit gutgemacht!

Kurz vorm Ziel verlor ich die Wenigen vor mir kurz aus den Augen und kurz darauf lief ich wohl auch an einem Markierungspfeil vorbei. Ziel lag auf der linken Seite der Neuen Donau. Ich steuerte nach Rechts. Weiter, die 24 Stunden schaff ich!

Insgesamt 9 Kilometer Umweg, da sich Flüße nicht einfach mal so überqueren lassen, auch wenn das vor 2000 Jahren mal angeblich ein Wanderer geschafft hatte. Das kostete Zeit. Endlich, nach einigem Suchen und Rückweg an die Stelle, an der ich den Markierungspfeil wieder finden konnte, nahm ich den Weg nun zum linken Donauufer wieder auf.

Mit einer akademischen Viertelstunde nach 24 Stunden, durfte ich Glücklich und Abgekämpft doch noch meine Finishermedaille in Empfang nehmen. Geschafft. Für mich der erste Mega Marsch außerhalb Deutschlands und die achte 100 in 24 Wanderung überhaupt.

 

Für die Megamarsch Macher ein Dankeschön für diese wunderschön anstrengende Strecke in Wien. Mit einem Augenzwinkern schicke ich Euch ein: „Ver.rückt seid Ihr … 😉 „

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Hier schreibt

Michael G. Waltenberger über Ultra- und Extrem-
wanderungen!

In der Welt der Ultrawanderungen setze ich mir stets neue Ziele, die die Distanzen der 100 km und 24 Stunden an einem Stück, weit überschreiten! Mehr dazu im B L O G!

„Weit ist nicht weit genug!“