Yalla Yalla! Marrakesch

Seit langer Zeit und ganz bewusst, ging eine Reise von mir in den Orient. Ich habe ich mir im Oktober 2019, die Stadt Marrakesch und das Umland für eine Reise ausgesucht.

Mein Fazit gleich vorweg nach einer Woche in der orientalischen Metropole:

„Ja, Marrakesch davor kann wirklich verzaubern! Selten habe ich mich auf Anhieb in eine Stadt verliebt.“

An fünf Tagen bleibt genug Zeit die Highlights zu sehen und auch noch kurze Touren ins Umland zu starten. Marrakesch ist bunt, laut und faszinierend. Die Menschen sind freundlich auf ihre Art und wenn man in Ruhe durch die Gassen wandern möchte, fehl am Platz! Die Marokkaner sind eben Händler. Durch und durch.

In Marrakesch sind alle Highlights fußläufig zu entdecken. Die Saadier-Gräbern, kaum zu glauben, dass diese Begräbnisstätte erst 1917 bei Ausgrabungen zufällig wiederentdeckt wurde, liegen direkt gegenüber zum  Hauptplatz, dem Djemaa el Fna.

Gebaut wurde sie Ende des 16. Jahrhunderts von der Dynastie der Saadier. Sieben Sultane und 62 Mitglieder ihrer Familien (die Sultane hatten alle mehrere Frauen) liegen in den Gräbern. In über 100 weiteren Gräbern sind die Bediensten bestattet. Das halboffene kleine Mausoleum fasziniert mich bereits mit seinem Stuck-, Mosaik- und Zedernholzschmuck.

Ich lasse mich durch die orientalisch anmutenden Säle und Innenhöfen treiben und bleibe immer wieder staunend stehen. Solch ein überbordende Fülle an Farben und Formen habe ich selten auf einem Fleck gesehen.

Nach dem üppigen Mittagessen geht es am Nachmittag durch die Souks, den Bazar mitten in der Altstadt. Ein auf den ersten Blick undurchschaubares Wirrwarr aus Gassen umschlingt mich. Früher waren die Wege nach Zünften sortiert, heute steht der Teppichverkäufer neben dem Apotheker und der Tuchmacher neben dem Schmied, der die wunderschönen marokkanischen Lampen fertigt. Durch die Strohdächer über den Gassen, die die Hitze des Tages fernhalten, fällt schummriges Licht. Je näher es dem Hauptplatz, dem Djemaa el Fna, geht umso touristischer wird das Angebot.

Freitags ist kein guter Tag, um die Souks zu besuchen. Viele Geschäfte sind dann nämlich geschlossen, weil gläubige Muslime zum Freitagsgebet die Moschee besuchen. Handeln ist ein Muss in den Souks. Lass den Verkäufer auf jeden Fall als erstes einen Preis nennen und antworte mit rund 20 bis 30 Prozent des Preises. Am Ende trefft ihr euch in der Mitte, und beide Seiten sind zufrieden.

Der bekannteste Platz Marrakeschs polarisiert: Die einen finden das bunte Treiben auf dem Djemaa el Fna, dem „Platz der Gehängten“ faszinierend, andere schauen sich das Getümmel lieber aus sicherer Entfernung von einer der umliegenden Café-Terrassen an. Ich gehöre zu Ersteren und stürze mich ins Gewühl. In Ruhe schauen kann ich jedoch kaum, weil jeder darauf aus ist, möglichst schnell Geld zu machen: Männer in traditionellen Gewändern lassen Schlangen nach ihrer Pfeife tanzen und halten die Hüte dafür auf, Frauen bemalen die Hände von Touristinnen mit Henna – ob sie das wollen oder nicht -, Schwarzafrikaner aus den südlicheren Ländern preisen farbenfrohe Taschen an, Bettler strecken ihre Arme nach ein paar Dirham aus. In der Mitte des Platzes halten Kellner den Besuchern ihre Speisekarten unter die Nase und versuchen, Kunden zu ihren Tischen zu locken. Ich ignoriere die aufdringliche Werbung und gönne mir lieber einen frischgepressten Orangensaft für umgerechnet gerade mal 40 Cent.

Ich habe mich bei meinem Besuch in der Stadt nicht ein einziges Mal unsicher gefühlt. Wie in allen Städten auf der Welt gilt auch in Marrakesch: Düstere Gassen solltest du meiden. Wenn es dunkel wird, ist es besser, sich dort aufzuhalten, wo viele Menschen unterwegs sind.

 

Das Atlasgebirge als Wanderer

Ich bin ja sonst nicht ängstlich, was das Erkunden fremder Länder und Städte angeht. Aber vor Marrakesch hatte ich am Anfang Respekt. Ich war vorher noch nie in Nordafrika oder in einer anderen orientalischen Gegend gewesen und wusste nicht, was mich erwartet. In Richtung Atlasgebirge, habe ich mir einen Tourgide genommen, der mich sicher durch die fast menschenleeren Gegenden des Atlasgebirges brachte.

Kurz vor erreichen des Gebirgszuges, hatte ich noch Gelegenheit die wunderschön angelegte Safranfarm „Paradis du Safran“ zu besuchen. Eine Oase in der wilden Natur zum Gebirge, gespeist vom üppig klaren Gebirgswasser. Ein Muss bei Deinem Marrakesch Besuch!

Die öffentlichen Busse in Marrakesch bieten, für umgerechnet 50 cent, die Möglichkeit sich ausgiebig durch die Randlagen der Stadt fahren zu lassen. Zum Palmengarten, einem 100.000 m² großen Terrain, dem man die Entstehung der Stadt zuschreibt, oder der Koutoubia Moschee, mit ihrem alles überragenden Minarett, das als Anhaltspunkt zur Stadtmitte jederzeit dient.

Ebenso günstig erreichbar, falls nicht zu Fuß angesteuert, die Zauberhaften Gärten „Jardin_Majorelle“ und die Menara Gärten mit dem großen vom Gebirgswasser gespeisten Trinkwasserbecken im Schatten unzähliger Palmen und Olivenbäumen.

Marokkaner essen gerne salzig-süß“. Sehr sympathisch, denn das liebe ich!

Ich war ein großer Fan vom Tajine Eintopf mit Lamm, Pflaumen und Mandeln. In jedem Restaurant – und ich habe einige getestet – waren die Tajine authentisch und lecker zubereitet. Für einen Preis von umgerechnet 6,50 Euronen!

Wird das Treiben zu bunt, einfach in einer der unzähligen Konditoreien einkehren und bei einem Minztee am Rande des Geschehens das Treiben beobachten, entspannt eine Marrakesch Reise ungemein.

Im Rückblick war Marrakesch die perfekte Mischung aus Stille, Trubel und überbordenter Farbenpracht. Shukran Marakesh!

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Hier schreibt

Michael G. Waltenberger über seine Ultra / Extrem- und Weitwanderungen!

In der Welt der Ultrawanderungen setze ich mir stets neue Ziele, die die Distanzen der 100 km und 24 Stunden an einem Stück, weit überschreiten! Mehr dazu im B L O G!

„Weit ist nicht weit genug!“